Am 23.06.2014 wird "Time Magazine" die Titelgeschichte "Eat Butter!: Ending the war on fat" bringen.

Mir liegt der Text des Artikels bereits vor und daher kann ich schon einen kurzen Kommentar dazu abgeben. Der Artikel befasst sich mit der seit Jahrzehnten bestehenden Fettphobie und wie es dazu kommen konnte. 
Möglicherweise ist jetzt tatsächlich die Zeit gekommen, die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen, nachdem es ein halbes Jahrhundert lang geschehen konnte, dass ein einziger Mann  die Welt mit gefälschten Statistiken in die Irre führen konnte. 
Der amerikanischen Forscher Ancel Keys wollte 1953 herausgefunden haben, dass es einen Zusammenhang zwischen Fettkonsum und Atherosklerose gibt. Er lagen hierzu Daten aus 22 Ländern vor, und aus diesen hat er sich dann die 6 Länder herausgesucht, deren Daten zu seiner Hypothese passten!

Die Medien griffen das Thema auf, besonders aufgrund des Herzinfarkts von Präsident Eisenhower in 1955. 1961 hatte es das Thema auf Seite 1 des Time Magazine geschafft, und damit war eine fast panische Angst vor Fett im Allgemeinen und vor den gesättigten Fetten im Besonderen verursacht, zumindest in den gesundheitsbewussten Teilen der Bevölkerung in den industrialisierten Ländern, ohne jede wissenschaftliche Grundlage, wie man nicht erst seit heute weiß.

Dies konnte vor allem dadurch geschehen, dass 1977 ein Senatskomitee unter George McGovern die "Dietary Goals for the United States" auf der Basis der Statisken von Keys verabschiedete, in denen die Richtlinie ausgegeben wurde, weniger fettes Fleisch, Eier und Milchprodukte zu verzehren, und dafür mehr Früchte, Gemüse und vor allem Kohlenhydrate auf den Speisezettel zu nehmen. Diese Empfehlungen wurden dann 1980 in die "USDA Guidelines" übernommen und nahmen ihren Weg rund um die Welt.

Es gilt gemeinhin immer noch als selbstverständlich, dass Fett als der Verursacher von Herzerkrankungen, Diabetes, schlechten Cholesterinwerten, erhöhten Trigylceriden und Übergewicht anzusehen ist. Ob der exzellent recherchierte Artikel damit aufräumen kann, wird sich zeigen.

Unter anderem wird darin erklärt, dass bereits 1957 einzelne Experten erkannt hatten, dass hier etwas nicht stimmte und dass die "Anti-Fettkampagne" dann Mitte der 90er Jahre ein solches Ausmaß erreicht hatte, das das Erscheinen kritischer Artikel zu diesem Thema in wissenschaftlichen Zeitschriften verhindert wurde.

Viel wichtiger ist aber die Tatsache, dass die mit verringertem Fettkonsum eingesparten Kalorien zumeist durch Kohlenhydrate ersetzt wurden, mit der Folge des Anstiegs von Adipositas, Typ II Diabetes, erhöhten Triglyceriden und erniedrigtem HDL.

Der Artikel schließt mit der Erkenntnis, dass der Krieg gegen Fett keineswegs beendet ist, dass das Konsumentenverhalten zu tief geprägt wurde und dass ganze Industrien auf der Dämonisierung von Fett basieren.

Die Reaktion der Öffentlichkeit auf diesen Artikel wird bestimmen, wie die betroffenen Industrien reagieren werden. Sollte eine Welle ausgelöst werden, wird man dieser - könnte ich mir denken - vielleicht mit so genannten "Aufklärungskampagnen" begegnen wollen.

Bedenken wir, dass von einem umfassenden Meinungsumschwung nicht nur die Hersteller von "herzgesunden" Margarinen und Pflanzenölen betroffen wären, es würde auch das riesige Geschäft mit den fettarmen Produkten zurückgehen. Nicht zu vergessen die Pharmaindustrie, die mit Cholesterinsenkern Milliarden verdient. Und würden Diabetiker dann mehr Fett und weniger Kohlenhydrate essen, würde auch noch der Absatz mit blutzuckersenkenden Medikamenten ins Rutschen kommen.

Es könnte also spannend werden...