Mit Ketonen keine Hypoglykämien
Zum Thema Unterzuckerung, Insulin und Ketone gab es ein faszinierendes Experiment, das vor ein paar Jahrzehnten die Überlegenheit der Ketonversorgung demonstrierte (ein solche Experiment wäre heute natürlich undenkbar, die Ethik-Kommission hätte mit Sicherheit sehr berechtigte Einwände!)[8]:

3 übergewichtige Versuchspersonen wurden für einen Monat auf Nulldiät gesetzt ("total starvation"). Die Ketonkonzentration im Blut lag bei etwa 5 mMol, als man begann, langsam über mehrere Stunden Insulin zu infundieren. Die Blutglukose fiel natürlich ab und erreichte schließlich den Wert, ab dem normalerweise ein Unterzuckerungskoma eintritt, etwa 30 mg/dl (Normalbereich 75 bis 95 mg/dl). Die Probanden fielen aber nicht ins Koma, sondern fühlten sich völlig ok und hatten auch keine Unterzuckerungssymptome! 

Das muß ich wiederholen, sonst wird das überlesen:
sie hatten keine Unterzuckerungssymptome!!

Das sollte eigentlich jeden Diabetiker sehr erfreuen: keine Hypos mehr! Alles was man dafür tun muß, ist die KH-Zufuhr soweit zu reduzieren, dass in der Leber Ketone gebildet werden. Es sind keine Medikamente erforderlich!

Und das ist auch vollkommen logisch, denn wenn die Energieversorgung des Gehirns nicht mehr primär von Glukose abhängig ist, spielt der BZ nur noch eine untergeordnete Rolle.

Man spricht von "Ketose" wenn die Konzentration der Ketonkörper im Blut den Wert von 0,5 mMol/l überschritten hat. Noch einmal: dieser Zustand ist etwas vollkommen natürliches, er war in Zeiten vor der Erfindung des Ackerbaus und damit vor der Kohlenhydratschwemme der Normalzustand.

Insulin inhibiert die Ketose

Die Ketose und auch die Lipolyse werden schon von sehr geringen Mengen Insulin inhibiert, das ist individuell verschieden, und u.a. deswegen gibt es auch keine absolute Grenze für die KH-Zufuhr, die die Ketose stoppt: das liegt irgendwo zwischen 30 und max. 100g KH. Man muß also experimentieren.

Kommentare   

0 # Joerg 2017-01-29 17:21
Hallo ich ernähre mich weitestgehend LC nur am Wochenende gönne ich mir mal Brötchen.
Meine Vermutung ist das ich nie richtig in Ketose komme
aber in meinem Körper oft eine Glukoneogenese stattfindet.
Das würde doch stark meine Muskelmasse beanspruchen.
Sehe ich das richtig.
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0 # Jürgen Wildhardt 2017-01-29 22:06
Hallo Jörg,
die erhöhte Gluconeogenese findet nur in der Adaptationsphas e statt. Danach ist sie deutlich geringer als zu Kohlenhydratzei ten, der Muskelerhalt in und nach traningsarmen Zeiten ist wesentlich besser - konsequentes LCHF vorausgesetzt..

VG
Jürgen
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