Vorab, damit keine Missverständnisse entstehen: ich richte mich hier selbstverständlich nicht an Leistungssportler, die Wettkämpfe bestreiten, 20 und mehr Stunden pro Woche trainieren und ihr ganzes Leben am Sport ausrichten, sondern eher an ambitionierte Freizeitsportler.

Verträgt sich LC mit Sport [1]?
"Zum Sport braucht man Kohlenhydrate" wird immer wieder behauptet, und so lautet auch  immer noch die mehrheitliche Meinung in Sportlerkreisen. Aber die mehrheitliche Meinung entspricht bekanntlich nicht immer der Wahrheit. Jedem Ausdauersportler ist bekannt, was passiert, wenn die als Glykogen in den Muskeln und in der Leber bevorrateten KH-Reserven zu Ende sind: die Leistung stürzt senkrecht ab!

Ausdauersport, Glykogen und Fettreserven
Die Glykogenvorräte sind nicht besonders groß: man schätzt 1.500 bis ca. 2.000 kcal, je nach Trainingszustand. Die sind spätestens nach rund 1,5 Stunden Belastungsdauer verbraucht, bei untrainierten schon viel früher. Mit zunehmender Belastungsdauer und zur Neige gehenden Glykogenspeichern muß die Leber zunehmend mehr Glukose produzieren, um den Blutzuckerspiegel aufrecht zu halten. Die verminderte Glukoseverfügbarkeit, speziell für das Gehirn, führt zu einer deutlich verminderten Leistungsbereitschaft und -fähigkeit, sowohl physisch als auch psychisch.

Die Mauer oder "Bonking"
Sind die Glykogenspeicher dann leer, wird es unangenehm. Die Fortsetzung der Belastung erfordert sehr viel Willenskraft oder wird sogar völlig unmöglich. Diesen Effekt kennt jeder Marathonläufer: er ist bekannt als die "Mauer", an die man nach typischerweise nach etwa 30km stossen kann. Da allein das Gehirn mit 600 kcal/d versorgt werden will, wird klar: dass ist kein kleines Problem! Der Körper ist nicht daran gewöhnt, seine Energie aus anderen Energiequellen als aus Glukose zu gewinnen. Und jetzt sind die Glykogenspeicher leer...
Wenn die Belastung jetzt nicht abgebrochen werden soll, muß der Anteil der Fettverbrennung zur Energieversorgung deutlich hochgefahren werden, während gleichzeitig die Glukoseversorgung des Gehirns sichergestellt bleiben muss.  

Das hat natürlich Priorität!

In dieser Situation geht das jetzt nur noch durch Gluconeogenese: die Glukose für das Gehirn muß aus Eiweiß aufgebaut werden. Salopp ausgedrückt: jetzt verheizen wir die Muskeln (siehe hier). Das ist aber noch nicht alles: gleichzeitig sollen die Muskeln ja noch Leistung bringen, und dafür brauchen sie Energie. 
Und das ist jetzt ein echtes Dilemma!
Da die Energieversorgung des Gehirns Priorität hat, werden die Muskeln auf Insulinresistenz geschaltet, damit die kostbare Glukose auf dem Weg von der Leber zum Gehirn nicht von den Muskeln verbraucht wird. Somit bleiben für die Muskeln nur Fettsäuren. Wie schon gesagt, jetzt muß die Fettverbrennung ran!

Fettverbrennung
Leider ist es eine physiologische Tatsache, dass diese Umschaltung nicht wie ein "Ein-Aus"-Schalter funktioniert. Das braucht seine Zeit, und obwohl noch viele tausend Kalorien in den Fettreserven liegen, haben wir erst mal einen Energienotstand.
Man kann die "Umschaltung" in einem gewissen Umfang trainieren, aber zumindest eine temporäre Leistungseinbuße bleibt immer. Je nach Situation kann das aber auch in einem "Hungerast" enden, die Fettver-brennung kommt nicht in die Gänge (das ist dann der Fall, wenn Insulin noch erhöht sein sollte), und die Muskeln nehmen keine Glukose mehr auf (die ist auf dem Weg zum Gehirn). Im Extremfall endet das mit Leistungsabbruch, eventuell sogar von einem Blackout begleitet.

Wäre es nicht da nicht viel besser, man könnte von Anfang an aus den Fettreserven schöpfen, ohne die problematische Umschaltung?

Man kann...das Geheimnis ist Lowcarb[15]!