DDG-Empfehlungen
Beginnen wir mit den aktuell gültigen (06/2010 - 06/2015), auf der Website der DDG zu findenden "evidenzbasierten Ernährungs-empfehlungen" [9, siehe dort unter "Weitere evidenzbasierte Leitlinien der DDG/unter Beteiligung der DDG" und dann "Ernährungsempfehlungen zur Behandlung und Prävention des Diabetes Mellitus"]  der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) bei Diabetes Typ II

Die haben sich interessanterweise seit 2005 nicht geändert, denn ein Klick im dort angegebenen Link auf  "Ernährungsempfehlungen zur Behandlung und Prävention des Diabetes Mellitus" führt zu einer Publikation aus dem Jahre 2005 [6].  Zum Thema "Kohlenhydrataufnahme" findet sich dort diese Empfehlung (Zitat):

  • Die Kohlenhydrataufnahme kann zwischen 45 und 60% der
    Gesamtenergie liegen,
    Evidenzhärtegrad C.

Warum jetzt ein Mensch mit einer Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. man kann auch sagen, einer "Kohlenhydratintoleranz", ausgerechnet 45 - 60 % von eben jenen Kohlenhydraten zu sich nehmen soll, die ihm seine Probleme verursachen,  steht im Kommentar zu der Empfehlung: das basiert auf den Empfehlungen zur Fett- und Proteinaufnahme! Wenn nämlich die empfohlene Fettmenge bei 30 % und die Proteinmenge bei 15% liegen sollen, bleibt für die Kohlenhydrate eben nur der Rest, und das sind dann 55 %. 

Und genau das ist das Dilemma der Verantwortlichen:
wollte man tatsächlich die Empfehlung aussprechen, die KH zu reduzieren, müssten die fehlenden Kalorien durch Fett (!) ersetzt werden, wenn nicht andere Probleme durch zu hohe Proteinaufnahme enstehen sollen. Aufgrund der bisherigen Praxis - das Fett zu verteufeln - kann und wird man di
ese Empfehlung  aber nicht aussprechen können, will man sich nicht komplett unglaubwürdig machen! 

Soviel zur "Entschuldigung" der Verantwortlichen.

Ein Fehlschluss ist es dennoch allemal, natürlich auf den nicht auszurottenden Irrglauben zurückzuführen, dass Fett fett macht und sicher auch auf die Ansicht, dass Diabetes durch Übergewicht verursacht und gefördert sei, dazu siehe weiter unten.

Fragen an die Verantwortlichen:
Sollten "Ernährungsempfehlungen" nicht eher zu einer Senkung der Medikation führen?  

Was ist von einer Empfehlung für Diabetiker zu halten, deren Befolgung Medikamente zwingend erforderlich macht?

Ist das "gesund"?