LC für Diabetiker
Bevor Sie als Diabetiker eine LC-Ernährung beginnen, sollten Sie das mit Ihren Arzt besprechen. Sollte sich dabei herausstellen, dass Ihr Arzt von LC nichts hält: wechseln Sie Ihren Arzt!!!

Es ist auf jeden Fall wichtig, dass der Schritt zur LC-Ernährung bei Diabetes von einem verständigen Arzt begleitet wird!

Ausgehend von der Tatsache, dass das Krankheitsbild des Diabetes II durch die mehr oder weniger verloren gegangene Regulierung des Blutzuckers gekennzeichnet ist, ist es naheliegend, eine Ernährung zu empfehlen, die es erlaubt, die Blutzuckerkontrolle zurück zu gewinnen. Das gelingt am einfachsten, wenn die Ernährung den Blutzucker möglichst wenig beeinflusst, d.h. mit der klassischen Methode der Kohlenhydratbeschränkung, also LC.

Die LC-Ernährung ist die einzige in der Literatur bekannte Methode, mit der man Diabetes II vermeiden kann, oder, wenn man ihn denn schon hat, die Medikation verringern oder sogar ganz überflüssig machen kann! Unter LC wird sich kein Diabetes einstellen!

Der Umkehrschluß, dass KH-Konsum zwingend Diabetes verursacht, ist dagegen nachweislich falsch, siehe "Kohlenhydratintoleranz" am Anfang dieses Kapitels. Bekanntlich gibt es genügend Menschen, die bis ins hohe Alter keinen Diabetes bekommen, trotz reichlichen KH-Konsums.

Falsch ist auch die Behauptung, Übergewicht verursache Diabetes, auch wenn sie ständig wiederholt wird. Es handelt sich um die Verwechslung von Ursache und Wirkung, denn:

 - zuerst kommt der Kohlenhydratkonsum, 

 - daraus folgend der Anstieg von Blutzucker und Insulin

 - daraus folgend Übergewicht, Insulinresistenz und dann erst Diabetes. 

Das soll aber nicht heißen, daß der Diabetiker nicht auch sein Übergewicht abbauen sollte!

Es ist zwar nicht ganz einfach, aber mit einer positiven Kalorienbilanz wird man auch unter LC Gewicht zulegen. Aber dieses Übergewicht kann keinen Diabetes verursachen! 

Die wirkliche, wahre Ursache sucht man immer besser am Anfang, und im Falle des Diabetes haben wir da den Kohlenhydratkonsum (ohne den gibt es auch keinen Diabetes, siehe oben). Die heutige, "moderne" Empfehlung der Ärzte für Diabetiker, "essen sie mal schön fettarm, die Kohlenhydrate müssen Sie nicht beschränken, dafür haben wir ja das Metformin, aber bewegen Sie sich mehr" ist nicht die Lösung, eher sorgt sie dafür, dass die Erben früher zum Zuge kommen! Diabetes ist fraglos eine Erkrankung des Kohlenhydratstoffwechsels und nicht des Fettstoffwechsels, darüber gibt es keine Diskussion.

Schaut her, so einfach ist das:
das strahlende Weibchen hilft mit Insulin und alle sind froh und glücklich:

Die weniger moderne, der alten "Wiener Schule" folgende Empfehlung lautet hingegen:max. 6 Broteinheiten am Tag (1 BE = 12g KH), und keine Medikamente, weil die dann gar nicht mehr erforderlich sind. Diese Behandlungs-methode ist leider bei den meisten Ärzten nicht sehr populär, denn damit verliert man erstens Patienten und zweitens schädigt man den Umsatz der Pharmaindustrie. 

Viel mehr ist dazu nicht zu sagen: dem Diabetiker muß klar werden, daß es nicht genügen kann, mit blutzuckersenkenden Medikamenten wie z.B. Metformin das Symptom zu lindern[6]. Eine echte Normalisierung des HbA1c  und damit auch eine komplette Remission des Diabetes II ist nur mit einer kohlenhydratarmen, vorzugsweise ketogenen, Ernährung zu erreichen. 

In einer erst kürzlich erschienen Arbeit wurde die von der American Diabetes Association empfohlene Ernährung "medium carbohydrate, low fat, calorie restricted Diet" mit einer VLC-Ernährung (weniger als 50g /d, so wie sie hier beschrieben wird) - verglichen (unter "medium carbohydrate" versteht man bei der ADA übrigens min. 150g KH pro Tag!)

Das Ergebnis ist eindeutig: in der VLC-Gruppe sank der HbA1c nach 3 Monaten von 6,6 auf 6,0 %, in der Vergleichsgruppe ergab sich keine Änderung[2].

Die erhöhten Risiken für eine Vielzahl von Krankheiten als Folge unveränderten KH-Konsums (siehe auch [7]) für den Diabetiker sind bekannt, der Übergang zu einer LC-Ernährung ist die einzig sinnvolle und wirksame Maßnahme. 

Wie ich an anderer Stelle schon erläutert habe, ist es insbesondere für den Diabetiker wichtig, darauf zu achten, nicht zuviel Protein zu konsumieren. Protein wird im Körper in Aminosäuren zerlegt. Diese werden dann in der Leber entweder zu körpereigenen Proteinen aufgebaut, die er zu zu "Reparaturarbeiten" benötigt, oder aber, wenn dieser Bedarf gedeckt ist, in Glukose umgebaut.  
Damit haben wir jetzt auch Insulin im Blut. Normalerweise unterdrückt Insulin die Gluconeogenese, aber nicht bei zu hoher Proteinaufnahme! D.h. es kommt jetzt auch noch Gluconeogenese hinzu. Kurz: eine Ernährung mit zuviel Protein erhöht definitiv die Blutglukose.

Wird dagegen Protein reduziert, kann eine Senkung der Blutglukose um 30% erreicht werden[10], schreibt Ron Rosedale, ein amerikanischer Diabetologe hier). Rosedale schreibt weiter, dass er üblicherweise die Proteinzufuhr bei einem erwachsenen Diabetiker auf 50g/d, mitunter sogar auf 30g/d reduziert, um damit eine wirksame Zuckerabsenkung zu erzielen.

Wer sich als Diabetiker entschließt, es mit LC zu versuchen, muß auf jeden Fall und unbedingt seine Medikation im Blick haben! Denn es ist klar: wenn jetzt plötzlich sehr viel weniger Glukose ins Blut gelangt als zuvor, kann nicht mit der gleichen Dosis eines blutzuckersenkenden Medikaments fortgefahren werden, es droht die Unterzuckerung

In der Übergangsphase ist daher durch tägliche Messungen der Blutzucker zu kontrollieren. I.d.R. kann nach einiger Zeit - wenn sich der Erfolg eingestellt hat - auf das BZ-senkende Medikament ganz verzichtet werden.

Ein ausgezeichnete Lösung für den Einstieg in die LC-Ernährung für Diabetiker dürfte ein Aufenthalt in der Rehaklinik Überruh in Isny im Allgäu sein, näheres finden sie hier.

Einen eindrucksvollen und sehr nachdenklich machenden Bericht eines Betroffenen hat Frank Linnhoff in seinem Blog gegeben, den ich nicht nur Diabetikern zur Lektüre sehr empfehlen möchte.