Abnehmen unter LC - die Abnehmphase.
LC ist zwar unbestritten die erfolgreichste bekannte Methode, Übergewicht abzubauen. Dennoch müssen auch hier ein paar Regeln beachtet werden. Nach jeder Mahlzeit wird immer mehr oder weniger Insulin ausgeschüttet, das den Fettabbau hemmt. Die Insulinausschüttung wird - wie gesagt - nicht nur durch Kohlenhydrate verursacht, sondern - wenn auch in deutlich geringerem Umfang - auch durch Proteine. Für effektives Abnehmen sollte daher vorübergehend und nur in der Abnehmphase die zugeführte Proteinmenge reduziert werden.

Also nicht etwa viel mageren Schinken oder enthäutete Hähnchenbrust essen, sondern lieber wenig fette Wurst. Oder bei Eiern das Eiweiß weglassen und nur die Dotter braten, am besten in viel Butter. Ist das Zielgewicht erreicht, kann - muss aber nicht - die Proteinmenge wieder auf etwa 15 % der zugeführten Kalorien gesteigert werden.

Wie wir sehen, ist LC keine proteinbetonte Ernährung! Die Proteinmengen sind im Vergleich zur Normalkost etwa gleich hoch oder sogar niedriger, zugunsten einer höheren Fettzufuhr. 

Der Fettabbau läuft erst an, wenn die postprandiale Insulinreaktion beendet ist. Je länger man jetzt mit der nächsten Mahlzeit warten kann, umso länger läuft die Fettverbrennung. Daher ist es schon sinnvoll, das Abendessen vorzuverlegen, damit die Zeit bis zum Frühstück maximiert wird. Das ist die Fettverbrennungszeit, wir verbrennen das Fett im Schlaf (und nicht im Fitnessstudio, siehe auch den Beitrag "LC und Sport").
Wer es schafft, mit 2 Mahlzeiten am Tag auszukommen, nämlich spätes Frühstück und frühes Abendessen, der wird den größtmöglichen Effekt erzielen.

Vergleich LC vs. fettarm

Hierzu gibt es eine Anzahl von Studien, die mehrheitlich zeigen, dass LC der fettarmen Ernährung überlegen ist. Besonders interesssant und bemerkenswert sind für mich die Ergebnisse isocalorischer Vergleiche. D.h. man hat hier Gruppen miteinander verglichen, die täglich exakt die gleiche Kalorienmenge zu sich genommen haben: eine Gruppe Low-fat, eine Gruppe LC. Die LC-Gruppe hatte die grösseren Gewichtsverluste![2]

Daraus darf man dann ja messerscharf schliessen: hätte die LC-Gruppe weniger Kalorien aufgenommen, wären die Erfolge noch grösser gewesen.

Also: Kalorien reduzieren steigert den Effekt! 

Wir nehmen ab, wenn die Energiebilanz negativ ist,
nach folgender Formel [1]:

Die thermischen Energieverluste sind tatsächlich nicht zu vernachlässigen: wer seine Wohnräume ständig mit 24° beheizt und immer in warmer Kleidung unterwegs ist, bei dem ist die fettverbrauchende "kälteinduzierte Thermogenese" geringer als bei 18° RT und T-Shirt, siehe hierzu[3]. Verursacht wird der Effekt anscheinend durch eine Zunahme des braunen Fettgewebes. Jedenfalls ein interessanter Aspekt, die Autoren der Studie resümieren so (Zitat):" 

"a variable indoor environment with frequent cold exposures might be an acceptable and economic manner of increasing energy expenditure and may contribute to counteracting the current obesity epidemic".