Zunächst meine Definition von Low-Carb

Senkung der täglichen Zufuhr an Kohlenhydraten geringer Dichte auf höchstens 50g. Diese Grenze erlaubt die volle Ausschöpfung des Potentials einer kohlenhydratarmen Ernährung, verbunden mit der äusserst vorteilhaften Bildung von Ketonkörpern (Details hierzu siehe "Stoffwechsel"). Ob diese Grenze auf Dauer eingehalten werden muss, zeigt dann die persönliche Erfahrung, denn die Reaktion auf KH ist individuell sehr unterschiedlich. Bei manch einem werden 100g und mehr problemlos vertragen, bei anderen markieren 50g schon die obere Grenze.

Mit dieser geringen Menge an KH ist aber die Wahrscheinlichkeit der Gewichtsabnahme sehr hoch, wenn die Maßnahme nicht durch übermässige Kalorienzufuhr und/oder Proteinzufuhr unterlaufen und ihrer Wirkung beraubt wird. Siehe hierzu auch das Thema "Kohlenhydratintoleranz"unter "LC und Diabetes".

Also lassen Sie sich bitte nicht durch die 50g/d erschrecken, der Wert soll den Erfolg garantieren. Wenn der erst einmal da ist, kann man sich vorsichtig nach oben vortasten, wenn man das dann überhaupt noch will. Und seien Sie bitte konsequent und halten sich daran, auch wenn Freunde und Bekannte zum nachmittäglichen Stück Kuchen ermuntern wollen: wenn Sie immer wieder "sündigen" und KH einfahren um dann wieder reumütig zu reduzieren, gehen Sie einen Schritt vor und zwei zurück. Es dauert 2- 3 Tage, bis der Stoffwechsel den unerwarteten KH-Schock verkraftet haben wird. Das wird Ihnen nicht gut bekommen, und vor allem wird das alles nicht funktionieren, und sie werden nach einiger Zeit frustriert aufgeben. Denken Sie daran, sie planen eine fundamentale Stoffwechselumstellung!

KH geringer Dichte (siehe auch hier) sind all jene, die in eine zellulare Matrix eingebunden sind, wie z.B. in Gemüsen. Freie Kohlenhydrate, damit meine ich Getreideprodukte wie Mehl und Zucker, sollten möglichst ganz vermieden werden. Mehl und Zucker: das sind reine, konzentrierte Kohlenhydrate, die nichts zur Nährstoffversorgung beitragen. Es sind reine Energielieferanten.

Diese geringe Menge an Kohlenhydraten zwingt den Körper zu einer grundsätzlichen Umstellung des Metabolismus: man wird vom "Zuckerverbrenner" zum "Fettverbrenner".

Zu den physiologischen Details siehe unter "Stoffwechsel".

Was ist zu tun?
Die Ernährung von Stärke und Zucker befreien. Da Stärke im Verdauungstrakt schnell und leicht in Zucker (genauer: Glukose) umgewandelt wird, besteht prinzipiell kein Unterschied zwischen Stärke und Zucker.

Zur praktischen Umsetzung

"Viel wichtiger, als alles was wir wissen oder nicht wissen, ist was wir nicht wissen wollen"...
Wer wirklich Low-Carber werden will, sollte zuallererst ein paar Gedanken darauf verwenden, ob er über eine hinreichende Motivation verfügt. Denn man muss sich darüber im klaren sein: das ist keine Brigitte-Diät! Es braucht dazu eine ordentliche Portion Entschlusskraft. Und wenn man die aufgebracht hat, dann benötigt man auch noch das Durchhaltevermögen, jedenfalls in den ersten Wochen. Danach wird es zur Gewohnheit, und noch viel besser: die diversen positiven Veränderungen, die man an sich verspüren wird, lassen es einem leicht fallen, dabei zu bleiben.

Wenn die tägliche Kohlenhydratzufuhr gesenkt werden soll, ist es praktisch, zu wissen, welche Lebensmittel denn davon betroffen sind, also die Beantwortung der Frage, was denn alles zur Gruppe der Kohlenhydrate gehört und damit nicht mehr, oder nur noch in geringem Umfang, Bestandteil der täglichen Ernährung sein sollte.

Kommentare   

0 # Wolfgang Rogatti 2017-02-06 12:48
Hallo, die Meinung zu dem Thema Protein macht mich ein wenig hilflos, wenn ich Ulrich Strunz, der kontinuierlich von der Grundversorgung mit Aminosäuren wirbt, daneben lege. Man muss dazu bemerken, daß er den Slogan "Eiweiß macht's möglich" im Zusammenhang mit sportlicher Betätigung (Laufen, Rennrad) gebetsmühlenart ig wiederholt. Was soll ich nun tun? Gerade diese Sportarten sind meine Passion und ich möchte in der Phase der Umschaltung von KH auf LC nicht falsch machen. Beste Grüße Wolfgang.
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