Einleitung

Weit verbreitet findet man heute die Einsicht, dass Zuckerkonsum möglichst in Grenzen gehalten werden sollte. Der Zusammenhang mit der über uns hinwegrollenden Welle der Fettleibigkeit steht ausser Frage. Besonders gesundheitsbewusste essen daher nur noch sehr wenig oder keinen  Zucker mehr oder verwenden Ersatzstoffe.

Seltsamerweise wird aber generell die Tatsache verdrängt (vielen ist das auch schlicht nicht bekannt), dass alle verdaulichen Kohlenhydrate, also im wesentlichen Stärke, im Körper in Glukose (= Traubenzucker) zerlegt werden. Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis, um die wichtigsten zu nennen, enthalten alle als Hauptbestandteil Stärke, und daraus wird im Magen Glukose.

Und genau das ist das Problem...

Artgerechte Ernährung
Was ist die natürliche, die artgerechte Ernährung für den Menschen? Es gibt hierzu sicher eine ganze Reihe verschiedener Meinungen. Hier wird die These[6,7,8,9] vertreten, dass die natürliche Ernährung für den Menschen diejenige ist, an die sich unsere Gene in einem Zeitraum von etwa 2,5 Millionen Jahren - also seit es Menschen auf dieser Erde gibt - angepasst haben, und zwar insbesondere in den letzten 100.000 Jahren - der Altsteinzeit, auch Paläolithikum (daher auch "Paleo"). In diesen Hunderttausend Jahren erfolgte eine genetische Anpassung an die Umwelt, eine Ausprägung von Genen, die auch heute noch unseren Stoffwechsel steuern.

In dieser Zeit herrschte in Mitteleuropa die letzte Eiszeit, auch "Würm oder Weichsel-Eiszeit" genannt. Kohlenhydrate (KH) als Nahrungsquelle - also Getreide - waren noch nicht erfunden, das kam erst  mit der Einführung des Ackerbaus - der so genannten "neolithischen Revolution" - vor etwa 7.000 Jahren. Das war in der Tat eine Revolution: hatten die Menschen bisher ihre Nahrung erjagt oder gesammelt, fingen sie nun zum erstenmal in ihrer Geschichte an, Nahrungsmittel in großem Maßstab selbst zu produzieren! Und dieses erste selbst produzierte Nahrungsmittel wurde dann auch noch Hauptbestandteil der Ernährung.

Das konnte nicht gut gehen, denn darauf war der Organismus nicht vorbereitet! Ziemlich plötzlich sollte der menschliche Metabolismus eine Umstellung von einer natürlichen Jäger/Sammler-Ernährung, die -wie man heute weiß - , einen erheblichen Fettanteil aufwies, auf mehr als 60% reine, nicht mehr in Zellen verpackte Stärke (= Mehl) verkraften. 

Eine genetische Anpassung an Stärke in Reinform als Hauptbestandteil der Nahrung war in dieser relativ kurzen Zeit, die seitdem bis heute vergangen ist, nur rudimentär[10] möglich, Natur und Evolution denken und funktionieren nun mal in anderen, viel größeren Zeiträumen.

Das bedeutet aber auch, genetisch gesehen sind wir immer noch weitgehend "Eiszeitjäger"[6]. Das ist eine bedeutsame Erkenntnis!  Die folgende Grafik verdeutlicht die Zeiträume: