Wovon lebten die Menschen in der Eiszeit?
Im eiszeitlichen Mitteleuropa lebten die Vorläufer der frühen Ackerbauern, die  "Jäger und Sammler" , vor allem von der Jagd. Fleisch, und hier besonders fettes Fleisch (und die fettesten Teile waren besonders beliebt), waren die Kalorienlieferanten Nummer Eins. Hinzu kamen - abhängig von der Jahreszeit und in geringem Umfang - Wurzeln und Beeren. Die Ernährung war also fett- und eiweißreich, aber kohlenhydratarm. Darauf sind wir programmiert, Fett und Eiweiß sind die von der Natur für uns vorgesehenen "Betriebsstoffe".  

Nordspaniens Fauna in der letzten Kaltzeit  © Mauricio Antón,Creative Commons Lizenz

Keine freien Kohlenhydrate
Die Kohlenhydrate, die zur Verfügung standen, lagen aber nicht in reiner Form vor, so wie das z.B. bei Mehl oder Zucker der Fall ist, sondern waren eingebunden in zellulare Strukturen. Eine zellulare Struktur muß aber im Verdauungstrakt erst einmal aufgebrochen werden, erst dann kann der KH-Abbau erfolgen. Das ist ein entscheidender Unterschied zu den Getreideprodukten, die keine zellularen Strukturen mehr besitzen. Die wurden schon beim Mahlen der Körner zu Mehl zerstört, daher sind das jetzt "freie Kohlenhydrate", die vom Körper sehr viel schneller aufgenommen werden, auch wenn man sie heute gerne als "komplexe Kohlenhydrate" bezeichnet.  

Geringe Kohlenhydratdichte
Ausserdem war die Kohlenhydratdichte in g KH/100g dadurch sehr viel geringer als in der heutigen "Western Diet", im Mittel betrug sie damals deutlich weniger als die Hälfte unserer heutigen KH-Produkte, siehe hierzu die Grafik auf Seite 182 der Arbeit von Ian Spreadbury[3] . Dort ist auch dargestellt, dass die Kohlenhydratdichte interessanterweise so gut wie nicht mit dem "Glykämischen Index" korreliert (Seite 182, Abb.C).