Zur Historie oder "wie ich dazu kam"

Es ist jetzt etwas mehr als 14 Jahre her, genauer gesagt war es im Juni 2003, als ich zum ersten Mal im Web auf der Seite des Buchautors Matthias Marquardt ("Natürlich Laufen") auf den Gedanken stieß, dass die von mir zu dieser Zeit sehr geliebten Kohlenhydrate keineswegs die "Quelle der Gesundheit" sind, sondern im Gegenteil sehr problematisch sein sollen. Marquardt hatte einen Vortrag des Ernährungsjournalisten Dr. Nicolai Worm besucht, und dessen Ausführungen hatten ihn nachdenklich gemacht.

Ich hielt das zu dieser Zeit zuerst für einen ausgemachten Blödsinn, denn schließlich waren doch die Kohlenhydrate das "Heiligtum" aller Ausdauersportler.  Zu den Ausdauersportlern gehöre ich immer noch, aber damals in sehr viel stärkerem Maß: min. 7 - 10 Stunden oder auch mehr pro Woche Mountainbiking, Laufen, Schwimmen. Und selbstverständlich waren Kohlenhydrate - wie jeder zu wissen glaubte -  die Voraussetzung für jede Ausdauerleistung.

Meine Ernährung war zu dieser Zeit also ganz selbstverständlich sehr fettarm und sehr kohlenhydratreich und ebenso selbstverständlich ohne Zucker! - ganz im Einklang mit den Empfehlungen von DGE und USDA. 

Seltsamerweise ging es mir dabei aber keineswegs besonders gut - wie man eigentlich annehmen sollte. Der hohe Faseranteil bereitete mir immer wieder gastrointestinale Probleme. Im Oktober 2003 hatte ich dann eine ausgewachsene Gastritis, hatte Schluckbeschwerden, die auf eine vergrößerte Schilddrüse zurückzuführen waren, und war auf der Suche nach den Ursachen. Ich war irritiert: eine vermeintlich "total gesunde" Ernährung mit viel Sport und dann so etwas. 

Durch Zufall fiel mir noch einmal der oben erwähnte Artikel von M. Marquardt in die Hände, und ich las mir das noch einmal genauer durch. Und diesmal war es so, dass ich mich der darin enthaltenen, zwingenden Logik nicht länger verschließen konnte, obwohl ich immer noch ganz massive Zweifel hatte (es kann ja nicht sein, dass man nur Mist erzählt bekommt...).

Ich beschloss, der Sache selbst auf den Grund zu gehen und handelte unverzüglich: als Freund schneller Entschlüsse warf ich alles fettarme und kohlenhydrathaltige aus dem Haus und ging einkaufen: Eier, Butter, fetter Käse, Fleisch, Wurst, Schinken usw. Fortan gab es zum Frühstück nicht mehr Müsli und Obst, sondern Spiegeleier in viel Butter gebraten, mit Speck oder Schinken!

Entsprechend der allgemein vorherrschenden Meinung über Ernährung hätte diese Maßnahme umgehend "katastrophale" Folgen haben müssen:

  • Explosion des Körpergewichts,
  • Anstieg des Körperfettanteils,
  • drastische Verschlechterung der Blutfettwerte usw.

Jetzt wird es interessant, denn nichts davon trat ein!

Was wirklich passierte, war dies:
innerhalb kürzester Zeit verschwand die Gastritis, das Gewicht blieb konstant, ebenso der Körperfettanteil. Ich reduzierte daraufhin so nach und nach mein Sportprogramm (was früher zu sofortigem Gewichtsanstieg geführt hatte), und merkwürdigerweise blieben Gewicht und KF-Anteil konstant. Ich war perplex: wie konnte das sein?

Und dann noch die Blutfettwerte: mein Arzt staunte nicht schlecht über ein HDL von 105 und Triglyceride von 78 - das sind sehr gute Werte. Nach ein paar Monaten bemerkte ich zudem, dass meine Schluckbeschwerden ebenso wie einige andere "Zipperlein" verschwunden waren. Eine Kontrolle beim Arzt bestätigte meinen Verdacht: die vergrößerte Schilddrüse, zu deren Behandlung man mir sogar eine Radio-Jod-Therapie empfohlen hatte,  war "einfach so" zur Normalgröße zurückgekehrt, und das ganz ohne Therapie!

Wie konnte das alles sein? Wie konnte es sein, dass eine Ernährung, die allen gängigen Empfehlungen, besonders denen der DGE,  widersprach, die sogar ihr exaktes Gegenteil darstellte, so erfolgreich sein konnte??

So langsam drängte sich mir der Verdacht auf, dass Dr. Worm recht hatte, und die einschlägigen Empfehlungen der DGE schlicht falsch sein mussten!

Und so beschloss ich, hier selbst "nachzugraben" und fing an, ernsthaft die wissenschaftliche Literatur dazu zu lesen. Je mehr ich dabei über die Hintergründe erfuhr, umso grösser wurde mein Interesse - und auch mein Empörung! Und je tiefer ich grub, umso klarer wurde mir, dass wir es hier mit einer gigantischen Irreführung der Öffentlichkeit zu tun haben: hier von einer "dicken, fetten Lüge"  zu sprechen, wie es  Gary Taubes 2002 in seinem New York Times-Artikel getan hat, erscheint mir durchaus angemessen.  

Die Voraussetzungen für diese Recherchearbeit brachte ich mit, hier halfen mir meine naturwissenschaftliche Ausbildung und meine Berufserfahrung in der chemisch-medizinischen Forschung, wobei sich die 30 Jahre Erfahrung im Umgang mit wissenschaftlichen Datenbanken als besonders hilfreich erwiesen haben. 

Mit der Fachliteratur beschäftige ich mich natürlich auch heute noch. Glücklicherweise sind es nur die Bücher, die Regalplatz einnehmen, die derzeit knapp 2.500 Publikationen zu diesem Themenbereich liegen platzsparend auf der Festplatte...

Praktische Erfahrungen mit LC sammle ich seit dem Oktober 2003, seitdem lebe ich LCHF (= Low-Carb/High-Fat). Echte Rückfälle zur KH-Ernährung gab es keine. Aber natürlich genehmige ich mir gelegentlich kleine Mengen, aber nie mehr als max. 70g pro Tag, und das ist auch völlig in Ordnung, solange das Ausnahmen sind. In der Folge ergaben sich eine Reihe von - teilweise unglaublichen - positiven Veränderungen, einige davon werden in Beiträgen auf dieser Seite beschrieben.

Ich bin heute - 2017 - 68 Jahre alt, kerngesund und halte mich für topfit. Würde mich jemand fragen, ob ich gern 10 Jahre jünger sein möchte, und zurück in die "High Carb-Zeiten", meine Antwort wäre ein entschiedenes "Nein". Schade nur, dass ich so spät im Leben darauf gestossen bin. Die LCHF-Ernährung ist ohne Übertreibung eine Art von Jungbrunnen!

Eine Folge der umfangreichen Literaturrecherche ist u.a. die Erkenntnis, dass die gängigen offiziellen Empfehlungen zum Thema "gesunde Ernährung", inklusive diejenigen der DGE, sofern sie in die Richtung "fettarm, viel Obst und Gemüse und Vollkorn, Vermeidung gesättigter Fette und Bevorzugung der herzgesunden ungesättigten" gehen, schlicht und ergreifend falsch sind.

Mein primäres Anliegen mit dieser Website ist es, die Ergebnisse meiner jahrelangen Recherchearbeit der interessierten Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, besonders deswegen, weil vielleicht auf diese Weise dem einen oder anderen geholfen werden kann.

Beruflicher Hintergrund:
chemische Grundausbildung, 30 jährige Erfahrung in der medizinisch-technischen Forschung, insbesondere im Bereich der Literaturarbeit.
Seit etwa dem Jahr 2000 Literaturstudien in den Bereichen Ernährung und Training.